Der bedeutende Komponist Paul Hindemith, Schöpfer der Oper "Mathis, der Maler" und "Klassiker der Moderne", stellte einmal sinngemäß fest: "Wo die A-cappella-Chormusik geschätzt wird, ist die kulturelle Welt in Ordnung."
Von der Gründung des Chores 1971 am neu entstandenen Gymnasium des Landkreises an, als es an unserer Schule
erst eine 5. und 6. Jahrgangsstufe gab, bis heute sind nun 35 Jahre vergangen, Anlass zu einem kleinen Rückblick:
Neben dem damals überaus großzügigen Aufbau des Instrumentalbereichs durch den Landkreis Altötting brauchte der
Chor das persönliche Engagement und die Arbeit über festgesetzte Dienstzeiten hinaus. Der Eifer der Kinder
zeigte sich bei Hindemiths Kinderoper "Wir bauen eine Stadt". Bald wuchs ein gemischter Chor heran, der zu
Weihnachten in der Stiftskirche singen durfte.

Advent in der Stiftskirche, vorne die Fischbachauer Sängerinnen Max Winkler, Kreuth
Bei den legendären "Altöttinger Chortagen", in denen sich Schulchöre des Landkreises in unserem Haus versammelten und zu denen Gastchöre mit berühmten Chorleitern kamen: Prof. Fritz ter Wey (Musikhochschule Detmold) mit dem Jungen Chor Aachen, Arthur Groß (Carl-Orff-Chor Marktoberdorf), Prof. Kurt Suttner mit dem via-nova-chor München.

OStD Joseph Egginger begrüßt die Schulchöre in der Sporthalle

Gemeinsames Lied. Der Bayer. Rundfunk berichtet.
Als der Chor herangewachsen war, konnten größere Werke einstudiert werden. Der Mädchenchor führte zum 10jährigen Jubiläum der Gründung unserer Schule den Zyklus "Ceremony of Carols" auf, begleitet von Frau Prof. Gudrun Haag, München.

10 Jahre Gymnasium Landkreis Altötting

Frau Prof. Gudrun Haag, Harfe und unser Mädchenchor
Beim Besuch Papst Johannes Paul II. in Altötting durfte unser Chor zur Messe ein Lied von Max Regersingen.

Papst Paul II in Altötting: Die Musikkapelle Altötting und unser Chor
Beim Bayer. Chorwettbewerb gewann unser Chor regional einen 1. Preis.
Konzertreisen führten nach Southhampton – wer darf schon in einer Gemäldegalerie ein Konzert geben? – zum Jugendchorfest Seeboden und zweimal nach Budapest, und die Freunde besuchten uns jeweils in Altötting.

Vor der Kathedrale in Salisbury. Rechts: Dirigent Keith Smith.

Jugendchorfest Seeboden am Millstätter See
Höhepunkt war bestimmt das Konzert mit dem großen Chor vom Fazekas - Mihaly - Gimnazium im großen Saal der
Franz-Liszt – Musikhochschule Budapest zu Ehren des Komponisten Lájos Bárdos. In der Tradition Béla Bartóks
wünschte er sich Volkslieder, bevor große Sätze wie Mendelssohns "Warum toben die Heiden" erklangen.
Kurz vor seinem Tod schrieb er uns noch und sandte eine Widmung.
Der moderne Komponist Jenö Pertis, Ehemann von Chorleiterin Anikó Zakarias, widmete uns den 22-stimmigen Chorsatz "Glocken von Altötting".

Franz-Liszt-Musikhochschule Budapest. Es dirigiert Anikó Zakariás.

Gemeinsames Lied: Mendelssohn, "Warum toben Heiden"
Nach dem Konzert waren wir zu einem Empfang im Rektorat der Musikhochschule eingeladen.

Im Rektorat der Musikhochschule
Der Chorverband Bayer. Sängerbund holte den Gemischten Chor zu den Ingolstädter Chortagen und mehreren Rundfunkaufnahmen, sandte ihn u.a. nach Österreich und Italien.
Die "Oratorienphase" verband unseren Chor mit der Chorgemeinschaft Burghausen. Mendelssohns Psalm 42 "Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser" mit Monika Lenz, das Mozart - Requiem, Händels "Messias" wurden in Zusammenarbeit mit dem Orchester des Stadttheaters Passau und dem Orchester der Stadt Reichenhall im schönsten Konzertsaal Südostbayerns, der Ku-Max-Aula, aufgeführt.
So festlich die Oratorienaufführungen auch waren, es ist die Welt der A-cappella-Chorliteratur, die
das Herz der Chormusik bildet. So entstand auch der Jugendkammerchor, der am Wochenende probte und dem auch
SängerInnen aus anderen Schulen beitraten und dem sie ach als Studenten treu blieben.
Nun konnte auch schwierige Literatur erarbeitet werden, etwa Hugo Distlers "Feuerreiter", Zoltán Kodálys "Jesus
und die Krämer", "Trois Chansons" von Debussy und Teile der Lorca-Suite von Rautaavara.

Jugendkammerchor Altötting, Kirchenkonzert

Deutsch-tschechische Chorbegegnung
Probenwochenenden mit intensiver Stimmbildung entwickelten den Chorklang.

Frau Regina Prasser vom Mozarteum, Salzburg mit Martina

Ruth Alexy "führt den Ton"...Später führte sie den Chor Cantabile Regensburg

Die "Karlmann-Singers". Werner Unterhofer, Stefan Grünfelder, Uli Schimpel, Bernhard Grumbeck,
Andreas Oder
Unsere Freunde in Southampton hatten an der Uraufführung des Requiem von John Rutter in der Kathedrale von Salisbury mitgewirkt und schlugen vor, dass wir dieses Werk in Deutschland zum ersten Male aufführen sollten. John Rutter erteilte zu unserer Freude persönlich die Erlaubnis dazu.

Deutsche Erstaufführung des Requiem von John Rutter
In der Besetzung des Kammerchores reisten unsere Choristen schließlich zum Weltchorfestival "Zimriya" nach Jerusalem, wurden über StD Siegfried Burger zum Festival „Coer de Savoie“ eingeladen, beim Chorfest der AGACH (Arbeitsgemeinschaft alpenländischer Chorverbände) im Trentino gestaltete unser Kammerchor den Abschlussgottesdienst in Levico Terme.
Eine besondere Ehre war die Widmung des Marienliedes "Ich sehe dich in tausend Bildern" des Komponisten
Heinz Kratochwil.
Die Einladung zur Aufführung von Carl Orffs "Carmina Burana" im Herkulessaal München anlässlich des
Chirurgenkongresses verband unseren Schulchor mit dem Jugendchor München Solln und besonders mit dem Pianisten
Ingo Dannhorn und seinem Kollegen Milan Mitic.
Solisten waren Priska Eser-Streit, Sopran, Alfons Brandl, Tenor und Thomas Gropper, Bariton.
Als Chor in der Wallfahrtsstadt Altötting pflegten wir neben der weltlichen Literatur laufend geistliche Werke. An Messen sind zu nennen die kleine Festmesse meines Lehrers Prof. Ernst Tittel, die kleine Orgelsolomesse von Mozart und Haydn, das Requiem von Mozart und Rutter, die Misa Criolla von Ramirez und die Gospel-Mass von Robert Ray. Manche Chorsätze sind durch uns in Altötting sicherlich erstmals erklungen, wie das "Rorando coeli" von Jan Campanus-Vodnansky und Brittens "Ceremony of Carols".

Gospel-Mass von Robert Ray, Stiftskirche
Mit Andrew Lloyd Webbers "Joseph an the amazing technicolor dreamcoat" wandten wir uns schließlich auch dem Musical zu und konnten vielen Zuhörern Freude bereiten. Die Sänger wollten den englischen Originaltext von Tim Rice singen, und mit Bravour meisterten sie Ihre Rollen. Die Hauptdarsteller: Die Erzählerinnen: Elisabeth Theierl, Maria Prambs, Vroni Kirschner; Joseph: Michael Kriehuber, Ruben: Bastian Aschl, Pharao: Philipp Wagner, Jakob/Potiphar: Dominik Mayr, dessen Frau: Katja Wimmer und viele weitere Darsteller.

Joseph and the amazing technicolor dreamcoat

"Go, go, go Joseph!" - Der Chor

Die Masken von Dierk Hanschke - Der Kinderchor

Joseph Egginger hat Geburtstag!
Das letzte Sommerkonzert hat allen verabschiedeten Lehrern große Freude gemacht!
Auch Ausflüge gehören zum Chorleben!
Die Freude am Chorsingen, in welcher Form auch immer, soll weiter viele junge Menschen zum Mitwirken im Chor
ermuntern.
Allen jungen Sängerinnen und Sängern danke ich für ihren Einsatz, den Eltern, allen Freunden und dem
Förderverein für die Unterstützung, und wünsche für die Zukunft viel Freude am Chorsingen.
Gunther Grumbeck
Chorleiter von 1971 - 2006