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Kunst ist Teil der Gesellschaft, sie hat VerantwortungKunsterzieher Manfred Bugl geht nach 27 Jahren Lehrtätigkeit am Koenig-Karlmann-Gymnasium in den RuhestandAltötting (do). "Mit 15, 16 Jahren habe ich gespürt, dass die Kunst meins ist, dass ich dafür angelegt bin - das habe ich dann systematisch aufgebaut". erinnert sich Mandfred Bugl. Er nutzte seine Begabung und machte die Kunst zu einem Teil seines Berufes: Seine Tätigkeit als Kunsterzieher ging am Freitag zu Ende. Nachdem Bugl sein Talent erkannt hatte, suchte er sich in seiner Heimatstadt den Kunstmaler Franz Friechdrich als künstlerischen Vater. Unter seiner Anleitung entwickelte er sich stark weiter. Friedrich ebenete Bugl nach eigener Aussage nach dem Abitur den Weg zur Akademie der bildenden Kuenste in Muenchen, in die er 1963 aufgenommen wurden. Diesen Schritt bezeichnete der heute 61-jaehrige als "großes Glück". Ihn tun zu koennen, sei etwas gewesen, das er sich nie zu erträumen gewagt hätte. In der Zeit der "68er" machte er sein Examen und beendete sein Studium als Kunsterzieher. "Diese Zeit hat mir einen großen Anstoß für mein Leben gegeben." Er habe damals verstanden, wie wichtig es sei, sich ständig weiter zu entwickeln, wie schädlich Stagnation sei. Zwar habe er sich nie oeffentlichem Protest angeschlossen, dennoch sei er innerlich sehr stark von den damaligen Ereignisssen beeindruckt gewesen. Dies habe sich auch prägend auf sein Schaffen ausgewirkt. Hatte er zunächst vor allem Landschaften und Stillleben in altmeisterlicher Manier gemalt, wo wurden seine Wekre der Farbe wurde ihm wichtiger. Seine Referendarenzeit als Kunsterzieher absolvierte Bugl in München. Die ersten Jahre als Lehrer verbrachte er in Aschaffenburg. Er bezeichnte diese Zeit als "sehr intensiv, sehr schön". Bereits damals war er in vielen Ausstellungen präsent. Danach wollte er in "suedliche Gefilde kommen" so Bugl. 1976 kam er ans Tassilo-Gymnasium in Simbach, 1977 ans Kreisgymnasium Altoetting, wie das Koenig-Karlmann-Gymnasium hieß. Es sei damals eine sehr junge, quirlige, attraktive Schule gewesen, an der Kunst sehr gefragt war.", erinnert er sich. Aus dem Lehreralltag berichtet Bugl, dass es sehr kraftraubend sei, die Schueler immer wieder zu motivieren. Nur wenn dem Kunstlehrer seine Begeisterung anzumerken sei, komme die Motivation auch bei den Schuelern, so Bugl. Die Kunsterziehung sei zwar ein kleines Rad im Schulbetrieb, aber dennoch eines mit Gewicht. Ihm sei stets am Herzen gelegen, dass kreative Denken der Schueler zu foerdern. Ebenso wichtig sei die Persönlichkeitsarbeit an den Schuelern, sie muessen Bugl zufolge zu ihren Talenten hingefuehrt werden. Es habe ihm immer viel Vergnuegen bereitet, mit jungen Menschen zu arbeiten, ihnen die Kunst näher zu bringen. Besonders großen Wert wird darauf gelegt den Schuelern den Zusammenhang zwischen Kunst und Leben zu vermitteln. In seiner 27-jährigen Dienstzeit am KKG war es Bugl immer ein Anliegen, mit der Kunst an die Oeffenlichkeit zu gehen. "Kunst" darf sich nicht im Museumskämmerlein verkriechen, sie ist ein Teil der Gesellschaft, sie hat Verantwortung." Mit einigen seiner Leistungskurse gestaltete er deshalb Bilder beispielsweise für die Intensivstation der Kreiskliniken Altoetting-Burghausen oder zuletzt das Uebergangswohnheim fuer Aussiedler in Neuoetting. 1992 organisierte er mit seinem damaligen Kunst-Leistungskurs einer Demonstration gegen die zunehmende Fremdenfeindlichkeit in Deutschland, die sich zu dieser Zeit vor allem gegen die Flüchtlinge aus dem Kosovo richtete. Diese Aktion fand großen Anklang, dass sich letztlich 1000 Menschen an dem Zug beteiligten. Eine ganze Anzahl von Schülern Bugels und der anderen Kunsterzieher des KKG entschieden sich für einen künstlerischen Beruf. Unter ihnen sind der Bildhauer Herbert Wurm und der Maler Franz Ackermann, der neue Stern am Himmel der jungen deutschen Kunstszene. Durch seine Lehrtätigkeit war die Zeit für Ausstellungen oft knapp, nur etwa alle zwei Jahre zeigte Bugl seine Werke bisher in der Oeffentlichkeit. Seine Stadtbilder präsentierte er vor zwei Jahren im Heimatmuseum in Neuoetting, 2003 bestritt er in Benediktbeuren eine Ausstellung, unter anderem mit seiner "Serie der Herzbilder". Im Rahmen der Landesgartenschau fertigte Bugl, der seit kurzem neben der Malerei auch plastische Werke schafft, für die Ausstellung "Der Landesgartenzwerg" im Liebenweinturm sieben Zwerge, die "wie Säulenheilige im Kreis stehen". Fuer 2006 ist eine Ausstellung in der Stadtgalerie Altoetting. Sein Weggang von der Schule bezeichnet der 61-jaehrige als neuen Abschnitt. Er freue sich darauf, sich "nicht mehr vom Schulgong" leiten lassen zu müssen, sondern sich vonseiner eigenen, inneren Uhr bestimmen lassen zu können, intensiver und vor allem ohne Unterbrechungen zu arbeiten, sei sehr groß. Philosophische Gedanken teilt Bugl bei den von ihm ins Leben gerufenen "Tafelberger Gespraechen". Zusammen mit einem Freund und frueheren Kollegen am KKG, Josef Schweighofer, hatte er die Idee zu diesem Treffen, bei denen nicht kognitives Wissen im Vordergrund stehe. Vielmehr liege der Schwerpunkt auf spirituelle Fragen. Die Erkenntnis wie kurz und kostbar das Leben ist, werfe die Frage auf, "wo die Basis der Kern ist, der einen traegt.". Im fortgeschrittenen Lauf des Lebens habe er das Beduerfnis, mehr in die Tiefe zu steigen. Aus der Erfahrung heraus, dass im Alltag oft die Zeit fuer intensive und konsequente Unterhaltungen fehlt, entstanden vor zwei Jahren die "Tafelberger Gespraeche". Ziel der regelmäßigen Versammlunegn sei es, so Bugl, einander innerste persoenliche Erlebnisse mitzuteilen. In Zukunft will er sich vermehrt der Kunst widmen. Erst mit zunehmenden Alter merke man an, wo die eigenen Schwerpunkte liegen. Dieses Wissen wirkte sich auch auf sein künstlerische Schaffen aus. Bugls Erkenntnissen zufolge bringt Stagnation meist Schwierigkeiten mit sich - nicht nur in der künstlerischen Entwicklung. Das Wichtigste im Leben sei es sich stets weiter zu entwickeln. |