Ethik ist noch ein recht junges Fach im Fächerkanon der bayrischen Schulen. Es wird von der fünften bis zur dreizehnten Jahrgangsstufe mit jeweils zwei Wochenstunden unterrichtet.
Die Teilnahme am Unterricht in Ethik sowie das Bildungsziel des Faches legt das Bayrische Erziehungs- und Unterrichtsgesetz im Artikel 47 Abs. 1 fest:
(1) Ethikunterricht ist für diejenigen Schüler Pflichtfach, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen.Ergänzend dazu gilt Folgendes (s. u.a. GSO §21 und §22):
| Lehrer | Fächerverbindung |
|---|---|
| Sabine Eicher | Deutsch/Geschichte/Ethik |
| Birgit Heckhausen | Musik/Ethik |
| Norbert Stadler | Deutsch/Geschichte/Sozialkunde/Ethik |
| Frank Weber | Deutsch/Englisch/Ethik |
Das grundsätzliche Ziel des Ethikunterrichts beschreibt das Bay EUG im Art. 47 Abs. 2:
(2) Der Ethikunterricht dient der Erziehung der Schüler zu werteinsichtigem Urteilen und Handeln. Sein Inhalt orientiert sich an den sittlichen Grundsätzen, wie sie in der Verfassung und im Grundgesetz niedergelegt sind. Im Übrigen berücksichtigt er die Pluralität der Bekenntnisse und Weltanschauungen.Die verbindliche Wertebasis stellen also Grundrechte und Staatsziele dar, wie sie im Grundgesetz der Bundesrepublik und in der Verfassung Bayerns festgelegt sind.
Schüler sollen durch das Fach Ethik zu Selbstbestimmung und sozialer Verantwortung befähigt werden. Die folgende Themenauswahl soll die Unterrichtspraxis veranschaulichen:
Mit Beginn des Schuljahrs 2003/2004 treten neue Lehrpläne in Kraft. Die Neuerungen erfahren Sie unter der Adresse des Instituts für Schulpädagogik und Bildungsforschung.
Für den 12.07.2005 hatten Herr Weber und Frau Schuierer für die Ethik-Schüler der 11. und 9. Jahrgangsstufe einen Besuch bei den
Zen-Buddhisten in Eisenbuch arrangiert.
Vor der Fahrt gab uns, den Elftklasslern, Herr Weber (bzw. Frau Schuierer in der 9 .Jgst.) eine kleine Einführung in die Grundlagen des
Zen-Buddhismus. Die wesentlichen Glaubensgrundsätze des Buddhismus waren uns von der Mittelstufe her noch vertraut, aber was ist Zen?
Hier steht eindeutig die Praxis im Vordergrund, das heißt zunächst einmal die Meditation, also das Zu-sich-selber-Finden und damit zu innerer
Ruhe zu gelangen, aber auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung (vegetarisch) und der richtige Umgang mit den Mitmenschen.
Auf endlose theoretische Erörterungen oder Dogmatik wird weniger Wert gelegt.
Mit entsprechenden Erwartungen brachen dann an einem wunderschönen Sommertag rund 20 Ethik-Schüler mit ihren Lehrern im Bus nach
Eisenbuch (bei Erlbach) auf.
Als wir ankamen, waren wir Schüler zunächst etwas verwirrt, denn wir sahen ein umfunktioniertes ländliches Gasthaus, umgeben von diversen
Baustellen, Handwerker-Fahrzeugen, Erdhaufen, Gerüsten etc. Hier wurde gerade umgebaut. Das Innere des Gebäudes entsprach dann
schon eher unseren Erwartungen. Die Einrichtung war in dezentem, japanischem Stil gehalten, alles war ordentlich und rein, geschmückt mit
buddhistischen Attributen versehen. Eine umfangreiche Zeitschriften- und Büchersammlung befand sich neben dem Eingang, dazu viele
Prospekte mit dem Bildnis des Meisters, Tagungsprogramme usw. lagen aus. Der Geruch von Räucherstäbchen lag in der Luft. Alles in
allem verliehen diese Elemente dem ehemaligen bayerischen Wirtshaus eine fern-östliche, entrückte Atmosphäre: Wir waren sozusagen in
einer anderen Welt!
Eine nette Dame nahm uns in Empfang und führte uns gleich in die Meditationshalle, den „Buddha-Saal“ mit dem entsprechenden Altar.
Natürlich mussten wir die Schuhe ausziehen. Dort nahmen wir auf schlichten Sitzkissen Platz und saßen dann praktisch im Rechteck, an der
einen Stirnseite den Buddha, auf der anderen ein Podest für den Meister, der aber noch auf sich warten ließ. Nach einer wortreichen
Vorstellung des Zentrums und einer kleinen Einführung in die Meditation betrat dann endlich der Meister – genannt Roshi (japanisch für
„Meister“) – mit gefalteten Händen den Saal. Er entsprach in allem dem, was man sich unter einem japanischen Mönch vorstellte: klein,
kahlgeschoren, buschige Augenbrauen, Lächeln, traditionelles japanisches Gewand und japanischer Akzent, was sein Deutsch teilweise
schwer verständlich machte. Wir waren von der Erscheinung des Meisters und den diversen Untertänigkeitsbekundungen seiner Anhängerin
ziemlich beeindruckt.
Was auf die Begrüßung folgte, waren erste Meditationsversuche. Sie waren sehr anstrengend. Die Kissen wurden immer härter.
Keiner durfte sprechen und Anfang und Ende jeder Sitzung wurden mit einem Gong markiert. Man glaubt nicht, wie lang fünf bewegungslos
und schweigend zugebrachte Minuten sein können! Anschließend folgte ein Spiel auf der Bambusflöte (nach ganz eigenwilligen Notenblättern,
die uns der Roshi zeigte), eine Gehmeditation im Freien (wir gingen im Gänsemarsch im Kreis herum) und anschließend blieb viel Zeit für
Fragen. Auch auf die noch so entlegendste Frage von uns neugierigen Schülern (Sexualität der Mönche) hatte der Roshi eine passende
Antwort und wir lernten, was Zen im Alltag bedeutet: mit Achtsamkeit leben und seine Pflichten erfüllen!
Zum Schluss kam der Höhepunkt des Tages: die Mönche hatten ein umfangreiches vegetarisches Mittagessen vorbereitet, das von allerlei
religiösen Zeremonien begleitet wurde. Zunänchst durfte man nicht sprechen und musste alles schweigend einnehmen. Die verschiedenen
Töpfe und Auflaufformen waren geometrisch angeordnet. Wir bedienten uns (schweigend!) an Salat, Maisauflauf, Gemüseeintopf usw. und
tranken dazu Kräutertee und Säfte. Auch der Roshi leistete uns Gesellschaft.
Der Beginn des Essen bestand übrigens in einem fulminanten Trommelspiel des Meisters in beachtlicher Lautstärke!
Alles in allem verbrachten wir einen eindrucksvollen Tag im buddhistischen Zen-Zentrum in Eisenbuch von Fumon S. Nakagawa Roshi. Der
japanischer Name der Begegnungsstätte DAIHIZAN FUMONJI bedeutet übrigens soviel wie: